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Pressemitteilung

Mittwoch, 09.11.2022

Unsere Informationsreihe: Selbsthilfe in Notfallsituationen

Aufgrund des Klimawandels ist in Zukunft häufiger mit extremen Wetterlagen zu rechnen, die zum Teil auch infrastrukturzerstörenden Charakter haben können. Da bei diesen Gefahren- und Schadenlagen die Hilfe von Feuerwehr und Rettungsdienst nicht unbedingt sofort für jeden einzelnen Bürger zur Verfügung stehen kann, kommt es umso mehr auf die eigenen Fähigkeiten an, sich und andere Menschen im unmittelbaren Umfeld zunächst selbst zu schützen und ggf. Hilfeleistungen durchzuführen.

Verhalten bei Sturm / Hagel / Gewitter

Orkane, Tornados und langanhaltende „Supergewitter“ mit Hagel und extremen Niederschlägen gehören auch in unserer Region zu den Wetterereignissen, die durch den Klimawandel häufiger auftreten und jeden treffen können. Sie kommen jedoch in der Regel nicht immer plötzlich und werden schon Tage vorher angekündigt, so dass man sich oft darauf einstellen kann. Beachten Sie daher Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die über die Wetterberichte der Medien und über Warn-Apps verbreitet werden.   

Vorbereitend sollten Sie für die Sicherheit Ihres Wohngebäudes sorgen und bewegliche Gegenstände im Außenbereich wie Fahrräder oder Gartenmöbel sichern. Für extreme Notsituationen haben Sie idealerweise mit einem Notvorrat (siehe Folge 1 unserer Informationsreihe) und Notgepäck (siehe Folge 3) vorgesorgt. Auch auf einen Stromausfall (siehe Folge 2) sind Sie evtl. vorbereitet, denn umstürzende Bäume können Stromleitungen beschädigen. Sollte es infolge eines Unwetters zu Schäden kommen, so dass Sie Ihre Versicherung in Anspruch nehmen müssen, kann es hilfreich sein, wenn Sie Ihr Eigentum durch Fotos dokumentiert haben.

Wenn das Unwetter einsetzt:

· Halten Sie sich nicht im Freien und vor allem nicht in Wäldern auf. Umstürzende Bäume, herabfallende Äste, Dachziegel und Blumenkästen sowie andere umherfliegende Gegenstände setzen Sie großen Gefahren aus.

· Schließen Sie bei Hagel und Tornados die Fenster, Roll- und Fensterläden, und suchen Sie nach Möglichkeit einen innen liegenden Raum im Erdgeschoss auf.     

· Meiden Sie Keller und Räume mit großen Deckenspannweiten wie Hallen.         

· Wenn Sie keinen Überspannungsschutz im Haus installiert haben, nehmen Sie empfindliche Geräte wie Computer und Unterhaltungselektronik vom Netz.       

· Berühren Sie in alten Gebäuden, die noch keinen Blitzschutz haben, keine Metallleitungen und verzichten Sie während des Unwetters auf Duschen oder Baden.

· Denken Sie auch an Ihre Haus- und Nutztiere. Beruhigen Sie sie und achten Sie darauf, dass sie geschützte Bereiche nicht verlassen können.

· Sollten Sie doch im Freien von einem Unwetter überrascht werden, so suchen Sie Schutz in einem Gebäude oder einem Fahrzeug. Wenn es nirgendwo Möglichkeiten gibt, gehen Sie bei Gewitter im offenen Gelände mit eng zusammenstehenden Füßen – möglichst in einer Senke – und mit einigen Metern Abstand zu anderen Personen auf den Zehenballen in die Hocke. Meiden Sie Berggipfel, Türme, Masten, Antennen und jegliche Art von Bäumen, da Blitzentladungen sich oft einen hohen Punkt suchen. Sollten Sie sich gerade im Wald aufhalten, suchen Sie eine Lichtung auf. Berühren Sie keine Zäune sowie Gegenstände mit Metallteilen wie Regenschirme oder Fahrräder und halten Sie mindestens 50 Meter Abstand zu Überlandleitungen. Bei Hagel ohne Schutzmöglichkeit legen Sie sich mit dem Gesicht auf den Boden und schützen Sie Kopf und Nacken mit den Händen.   

· Betreten Sie nach einem Sturm keine Wälder, da auch dann noch lose Äste herabstürzen können.     

· Sollte Ihr Wohngebäude stark beschädigt sein, so verlassen Sie es sicherheitshalber und betreten Sie es erst wieder, wenn es von Fachleuten freigegeben worden ist.

Verhalten bei Schnee und Eis

Wer weiß, worauf bei Schnee und Eis zu achten ist, kann Schäden reduzieren und sich und anderen helfen. Hohe Schneelasten können die Statik von Gebäuden gefährden und starke Schneefälle mit Frost Freileitungen und vereinzelt auch Masten beschädigen. So haben Schnee- und Eisstürme oft auch Auswirkungen auf kritische Infrastrukturen. Beachten Sie daher die Wetterwarnungen vor starkem Schneefall und Glätte.           

· Wenn möglich, bleiben Sie zu Hause. Mit einem Notvorrat (siehe Folge 1 unserer Informationsreihe) können Sie zunächst auf Einkäufe verzichten.        

· Extreme, lang anhaltende Schneefälle können auch die Standsicherheit Ihres Daches gefährden. Gerade bei einem ungünstigen Wechsel von Tau- und Frostphasen bilden sich oft schwere Eisplatten, die das auf dem Dach lastende Gewicht erheblich erhöhen. So wiegt eine gerade mal 1 cm dicke Schicht aus Eis genauso viel wie die aus 10 cm Pulverschnee. Zur Beurteilung der Schnee- und Eislasten sollten Dachdecker hinzugezogen werden. Auch das Räumen sollten die Profis übernehmen, da die Ausrutsch- und Einsturzgefahr zu groß ist. Eine unsachgemäße Räumung des Daches und Dachlawinen können Passanten in Lebensgefahr bringen.

· Achten Sie daher im Freien auch selbst auf mögliche Schneelawinen von Hausdächern und Eiszapfen von Regenrinnen, die abbrechen können. Bleiben Sie daher stets in sicherer Entfernung von geneigten Dachflächen.

· Starker Schneefall und Glätte oder gefrierender Regen können für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich werden. Deshalb ist hier besondere Vorsicht geboten, um Unfälle zu vermeiden.           

· Auch bei Schneeballschlachten kann es, insbesondere wenn der Schnee hart und eisig ist oder ein Steinchen in den Schneeball gekommen ist, zu Verletzungen bei ungünstigen Treffern kommen. Warnen Sie daher Ihre Kinder.        

· Zugefrorene Gewässer sollten erst ab einer Eisschicht von mindestens 15 cm und Freigabe durch die Stadt betreten werden. Ansonsten besteht Lebensgefahr! Achten Sie auf Warnschilder, gehen Sie nie alleine aufs Eis und lassen Sie Ihre Kinder nicht allein auf zugefrorenen Gewässern spielen. Verlassen Sie das Eis sofort, wenn es knistert und knackt. Wenn Sie einzubrechen drohen, legen Sie sich flach auf das Eis und bewegen Sie sich vorsichtig auf dem gleichen Weg, den Sie gekommen sind, zurück Richtung Ufer.

Verhalten bei Hitze

Die Hitzebelastung hat auch in unserer Region von Jahr zu Jahr zugenommen. So ist die Anzahl der Tage, an denen Höchsttemperaturen von 30 Grad und mehr gemessen werden, ständig steigend. Es gilt als gesichert, dass sie sich im Laufe des Jahrhunderts mindestens verdoppeln wird. Das bringt die Gefahr von Waldbränden und gesundheitliche Risiken mit sich. Insbesondere Ältere und Kranke, aber auch Kleinkinder und Säuglinge sind bei solchen, oft schwülen Wetterlagen gefährdet, weil die natürlichen Anpassungsvorgänge des Körpers durch Schweißverdunstung manchmal nicht ausreichen. Darüber hinaus kann es zu Überlastungen des Herz-Kreislaufsystems und durch hohe Flüssigkeits- und Elektrolytverluste zu Dehydrierungen kommen. Es ist deshalb wichtig, bei extremen Wärmebelastungen auf besonders gefährdete Personen in Ihrer Umgebung zu achten. Und vergessen Sie nicht Ihre Haustiere!

Bereiten Sie sich und Ihr Umfeld vor:

· Informieren Sie sich in den Medien oder in Warn-Apps über Hitzewarnungen, die vom Deutschen Wetterdienst herausgegeben werden. Gesundheitlich Beeinträchtigte sollten sich bei ihrem Arzt über speziell empfohlene Verhaltensmaßnahmen erkundigen.  

· Sorgen Sie für ausreichend Getränkevorräte. Hier sollte vor allem Mineralwasser, welches auch den beim Schwitzen entstandenen Mineralverlust ausgleicht, verdünnte Säfte und Kräuter- oder Früchtetee zum Einsatz kommen.          

· Machen Sie Ihre Wohnung hitzefest, indem Sie die Räume abdunkeln und für Schattenplätze auf dem Balkon oder der Terrasse sorgen.

· Sollten Sie auf Medikamente angewiesen sein, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob es sinnvoll ist, die Dosierung bei Hitze anzupassen.

Wenn die Hitze da ist:           

· Lüften Sie die Wohnung möglichst nur zu kühleren Tageszeiten, z. B. am frühen Morgen, und halten Sie sonst die Fenster geschlossen. 

· Verlagern Sie körperliche Betätigungen und Sport möglichst in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden.          

· Vermeiden Sie schwer verdauliche sowie fettreiche Gerichte und nehmen Sie möglichst nur leichte Kost, wie Gemüse, Salate und wasserreiches Obst, zu sich. Salzhaltige Lebensmittel helfen, den Mineralverlust auszugleichen.          

· Tragen Sie lockere, leichte und helle Kleidung und bei Aufenthalt im Freien – insbesondere bei lichtem Haar – eine Kopfbedeckung.

· Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag und vermeiden Sie eiskalte, alkohol- oder koffeinhaltige Getränke. Schaffen Sie sich ggf. Erinnerungshilfen, indem Sie sich ein volles Glas in Sichtweite hinstellen. Achten Sie darauf, dass ältere und kranke Personen sowie Kinder in Ihrer Umgebung ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.    

· Verwenden Sie zum Abkühlen kalte Fußbäder, Sprühflaschen mit Wasser oder kühlende Körperlotionen. Auch das Abkühlen von Handgelenken und Unterarmen unter kaltem Wasser wirkt sich angenehm aus.         

· Duschen Sie nicht kalt, sondern lauwarm, da sonst dem Körper die Wärmeabgabe erschwert wird.     

· Vermeiden Sie im Freien pralle Sonne und bevorzugen Sie Schattenplätze.       

· Denken Sie an Sonnenschutzmittel mit mindestens Lichtschutzfaktor 30, für Kleinkinder Faktor 50, und cremen Sie bei längerem Aufenthalt nach. 

· Achten Sie auf hilfsbedürftige Personen in Ihrer Umgebung und helfen ihnen ggf., in den Schatten zu kommen.       

· Bei Krämpfen in Beinen, Armen oder im Bauch sowie bei Schwindel, Schwäche, Schlaflosigkeit oder Anzeichen von Austrocknung kümmern Sie sich um medizinische Hilfe.

· Lassen Sie auf keinen Fall Menschen oder Tiere, auch nicht für einen kurzen Augenblick, allein im heißen Auto zurück – es besteht Lebensgefahr, da die Temperaturen sehr schnell über die Außentemperaturen ansteigen.

Helfen Sie mit, Waldbrände zu vermeiden: 

· Werfen Sie keine Zigaretten oder brennende Gegenstände in die Natur – auch nicht aus dem Fahrzeug.           

· Stellen Sie niemals Fahrzeuge mit heißen Abgasanlagen auf trockenen Feldern oder Wiesen ab.        

· Grillen Sie in der Natur ausschließlich auf dafür ausgewiesenen Plätzen.

· Melden Sie entdeckte Rauchentwicklungen oder Brände sofort über den Notruf 112.     

· Verhindern Sie Entstehungsbrände durch eigene Löschversuche an der weiteren Ausbreitung, begeben Sie sich dabei aber nicht selbst in Gefahr.
 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dwd.de/DE/wetter/warnungen_gemeinden/warnWetter_node

 

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