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Pressemitteilung

Montag, 06.06.2011

Ehrenring der Stadt Wülfrath für Willi Münch

Bürgermeisterin Dr. Claudia Panke und Ehrenringträger Willi Münch

Am vergangenen Sonntag wurde Willi Münch für seine besonderen Verdienste um die Stadt im Niederbergischen Museum mit dem Ehrenring der Stadt Wülfrath ausgezeichnet.

Rede der Bürgermeisterin Dr. Claudia Panke anlässlich der Verleihung des Ehrenrings der Stadt Wülfrath an Herrn Willi Münch

Sehr geehrter Herr Münch,

liebe Familien Münch und Thede,

sehr geehrte Mitglieder des Rates,

liebe Gäste!

Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, Sie alle zur heutigen Verleihung des Ehrenringes der Stadt Wülfrath hier in unserem schönen Niederbergischen Museum begrüßen zu können.

Insbesondere begrüße ich Sie, verehrter Herr Münch, ganz herzlich, der Sie im Mittelpunkt des heutigen Festaktes stehen.

Nach über 22 Jahren verleiht der Rat der Stadt Wülfrath erstmals wieder den Ehrenring für besondere Verdienste um die Stadt. Dass der Kreis der bisherigen Ehrenringträger auf wenige Personen beschränkt ist und diese Ehrenauszeichnung grundsätzlich nur einmal pro Wahlperiode vergeben werden soll macht deutlich, welch hohen Stellenwert dem Ehrenring der Stadt Wülfrath zukommt.

Umso mehr freue ich mich, dass der Rat in seiner Sitzung am 29.3.2011 beschlossen hat Sie, lieber Herr Münch, mit dem Ehrenring auszuzeichnen. Damit möchten wir unseren großen Respekt für Ihr nachhaltiges und besonderes Wirken ausdrücken.

Wenn wir Ihren Namen hören dann fallen uns viele Berufe oder sollte ich besser sagen „Berufungen“ ein: Neben Ihrer Qualifikation als Dipl. Verwaltungswirt darf man sie ganz sicher als Maler, Künstler, Grafiker, Cartoonist, Forscher, Sammler, Wissenschaftler und Historiker bezeichnen.

Ihr beruflicher und persönlicher Werdegang verdeutlicht ihre Verdienste für Wülfrath eindrucksvoll.

 Nach Ihrer Ausbildung zum Dipl. Verwaltungswirt  leiteten Sie zunächst die Stadtkasse der Stadt Wülfrath, dann das Bauverwaltungsamt, bevor sie 1957 zum Leiter des Museums, später zum Leiter des Kulturamtes und der Unteren Denkmalbehörde bestellt wurden. Bei Prof. Stompfuß in Köln wurden Sie zum Museumsleiter ausgebildet.

Im Rahmen Ihrer beruflichen Laufbahn erweiterten Sie die zahlreichen Sammlungen des Museums und bauten das Niederbergische Museum zur guten Stube der Stadt Wülfrath aus.

Sie führten die heute noch beliebte und gut besuchte Bergische Kaffeetafel ein.

Die Darstellung der Kalkgeschichte mit der Gewinnung und der Verarbeitung des Kalks bildete ein weiteres Segment beim Ausbau der Sammlungen des Museums. Gemeinsam mit der damaligen Leiterin der Stadtbücherei, Frau Heckes, sammelten Sie historische Schriften, die mit der Gründung des Stadtarchives 1980 einen würdigen Rahmen fanden.

Auch die Städtepartnerschaft mit der englischen Stadt Ware wurde federführend von Ihnen auf Wülfrather Seite und Ihrem Freund Leo Kerrel-Vaughan 1971 ins Leben gerufen.

In Fragen der Denkmalpflege haben Sie sowohl die Stadt Wülfrath als auch den Kreis Mettmann vertreten.

Bis heute sind Sie noch aktiv für die Stadt als ehrenamtlicher Denkmalbeauftragter tätig.

Bei der Namensgebung des Herzog-Wilhelm-Marktes waren Sie wesentlich beteiligt.

Lieber Herr Münch, Sie haben sich lebenslang ehrenamtlich für unser schönes Wülfrath engagiert.

So waren Sie 17 Jahre Vorsitzender des Heimatbundes und gehören ihm seit mehr als 50 Jahren an. Im Jahr 2009 wurden Sie Ehrenvorsitzender des Heimatbundes.

29 Jahre lang waren Sie Beiratsmitglied für den Rheinischen Verein für Denkmalspflege und Landschaftsschutz in Köln und Beirat der Unteren Landschaftsbehörde, dessen stellvertretender Vorsitzender Sie waren.

Der bergische Künstler Donnerschell, dessen Schüler Sie waren, vermachte Ihnen 160 seiner Bilder, die Sie der Stadt für Ausstellungszwecke gestiftet haben (Dollerschell-Kabinett). Darüber hinaus kam der Erlös Ihrer Cartoons „Handball für Insider“ bzw. „Fußball für Fachleute“ der Handballabteilung des Turnerbundes (1996) und dem Wülfrather Jugendfußball (1997) zu Gute, ebenso der Erlös einer Versteigerung von 25 Zeichnungen dem Förderverein des ehemaligen Ev. Krankenhauses Herminghaus-Stift.

Sie haben zahlreiche Publikationen veröffentlicht:

wie z. B.

die Bergische Kaffeetafel,

Wülfrath, ein heimatkundlicher Bericht

Niederbergische Landschaft im Spiegel des Museums

Das alte Kirch- und Schulhaus in Düssel

Steingaden und Wehrspeicher

Geschichte der Stadt Wülfrath

Stadt Wülfrath, 100 Jahre Stadtwerke Wülfrath

Lieber Herr Münch, Sie genießen in der Bevölkerung ein hohes Ansehen und wurden für Ihr bemerkenswertes Wirken bereits mit vielen Auszeichnungen geehrt.

Bereits 1967 erhielten Sie das mit 5.000 DM dotierte Albert-Steeger-Stipedium für Ihre Verdienste als Forscher, Heimat- und Denkmalpfleger und Museumsleiter. Gewürdigt wurden in erster Linie Ihre umfassenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der niederbergischen Höfe. Die Forschungsergebnisse wurden mit dem Buch „Steingaden und Wehrspeicher von Prof. Zender (Uni Bonn) veröffentlicht.

Der Landschaftsverband verlieh Ihnen 1990 den „Rheinlandtaler“ für ihre ehrenamtlichen Verdienste der wissenschaftlichen Erforschung der Heimatgeschichte.

Zusammen mit dem Filmemacher Steckelings aus Wuppertal erhielten Sie den Bundesfilmpreis für Amateure für ihr Werk „Herstellung einer Dröppelminna“.

Von der Ware Town Twinning Association wurde Ihnen für Ihr langes Wirken und außerordentlichen Verdienste um die Städtepartnerschaft der Titel „Life Founder Member“ verliehen. Seit 1973 sind Sie Inhaber der goldenen Medaille der Stadt Ware, verliehen vom Ware Town Council.

1991 wurden Sie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.

Es ist mir daher eine Ehre und Freude zugleich, diesen Auszeichnungen heute diese besondere Ehrung unserer Stadt hinzufügen zu dürfen.

Wer Sie kennt weiß, wie hilfsbereit, gradlinig und unbeirrt Sie sind mit einer großen Portion Gelassenheit und Humor. Ein Familienmensch durch und durch mit einer großen Liebe zur (Haus)Musik.

Lieber Herr Münch, dieser Ehrenring ist Zeichen der hohen Anerkennung und des Dankes Ihrer Stadt Wülfrath.

Wir danken Ihnen für Ihren Einsatz, zählen weiterhin auf Ihren Rat und Ihre Hilfe in unserem Gemeinwesen und hoffen, dass Sie bei bester Gesundheit Ihren Aktivitäten weiter nachgehen.

Ich gratuliere Ihnen persönlich, im Namen des Rates und der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wülfrath ganz herzlich zu dieser ehrenvollen Würdigung und darf Ihnen nunmehr den Ehrenring überreichen.

Dass Ihre Leistungen nicht ohne die Unterstützung und Hilfe Ihrer lieben Frau möglich waren, das sei an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt. Auch Ihnen, sehr verehrte Frau Münch, gilt unser Dank dafür, dass Sie Ihrem Mann den Freiraum geschaffen haben, das zu leisten, was er geleistet hat und vor allem wie er es geleistet hat.

 

 

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