Lärmaktionsplanung Wülfrath

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Lärmaktionsplanung

Umgebungslärm ist der Lärm von Straßen-, Schienen,- und Luftverkehr sowie von Industrie- und Gewerbeanlagen. Er kann die Gesundheit beeinträchtigen und negative soziale und ökonomische Folgen haben. Lärmaktionspläne sollen vor Ort schädliche Auswirkungen durch Umgebungslärm verhindern, ihnen vorbeugen oder vermindern.

Lärmaktionspläne sind alle 5 Jahre anhand einer Lärmkartierung zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Die Zuständigkeit ist den Kommunen übertragen. Die letzte Lärmaktionsplanung wurde im Jahr 2013 durchgeführt. 

Lärmkartierung

Voraussetzung für die Lärmaktionsplanung ist die Erfassung der Lärmbelastung durch Lärmkartierungen vor Ort. Diese Vorarbeit wurde für die kleineren Kommunen wie Wülfrath durch das Landesamt für Umwelt…LANUV geleistet.

Die aktuelle Lärmbelastung aus dem Jahr 2017 kann für Wülfrath beim LANUV im Bereich Umgebungslärm eingesehen werden indem in das Suchfeld die Postleitzahl 42489 eingegeben wird.

Nach der ersten landesweiten Lärmkartierung in Nordrhein-Westfallen im Jahre 2013 ist mit der Aktualisierung im Jahr 2018 ein leichter Rückgang der von Lärm erheblich betroffenen Personen in Wülfrath verbunden. Dies ist erfreulich und auf verbesserte Berechnungsmethoden zurückzuführen.

Die Lärmindikatoren

Der Lden ist ein mittlerer Pegel über das gesamte Jahr und beschreibt die Belastung über 24 Stunden - day evening night. Bei seiner Berechnung wird der Lärm in den Abendstunden und in den Nachtstunden in erhöhtem Maße durch einen Zuschlag von 5 dB (Abend) bzw. 10 dB (Nacht) berücksichtigt. Der Lden dient zur Bewertung der allgemeinen Lärmbelästigung.

Der Lnight beschreibt den Umgebungslärm im Jahresmittel zur Nachtzeit (Belastung von 22.00 Uhr – 6.00 Uhr). Der Lnight dient zur Bewertung von Schlafstörungen.

2013:

Geschätzte Gesamtzahl N der Menschen, die in Gebäuden wohnen mit Schallpegeln an der Fassade von (Quelle LANUV):

Lden/dB(A):> 55..60> 60..65> 65..70> 70..75> 75
N840518298571
Lnight/dB(A):> 50..55> 55..60> 60..65> 65..70> 70
N5413468300

2018:

Geschätzte Gesamtzahl N der Menschen, die in Gebäuden wohnen mit Schallpegeln an der Fassade von (Quelle LANUV):

Lden/dB(A):> 55..60> 60..65> 65..70> 70..75> 75
N567428298160
Lnight/dB(A):> 50..55> 55..60> 60..65> 65..70> 70
N4793422900

Betroffenheit

Eine sehr hohe Belastung der Menschen liegt vor, wenn die Belastungswerte von LDEN 70 dB(A)  und LNight von 60 dB(A) erreicht oder überschritten werden. Hohe Belastungen liegen vor, wenn LDEN von 65 dB(A) und LNight von 55 dB(A) erreicht werden. Die laut Vorschrift auf 100 zu rundenden Ergebnisse führen zu folgendem Abbild der Betroffenheit:

Hochbelastete PersonenSehr hoch belastete Personen
2013300100
20183000

Gegenüber der Kartierung aus dem Jahre 2013 hat sich somit die Zahl der durch Lärm belasteten Menschen geringfügig verringert.

Bewertung 

Die Überprüfung der Kartierungsergebnisse und der schalltechnischen Untersuchung zum vorhandenen Lärmaktionsplan aus dem Jahr 2013 haben ergeben, dass aus Sicht der Verwaltung keine Änderungen an den damaligen Forderungen gegenüber den Baulastträgern notwendig sind. Weiterhin sind folgende Maßnahmen unverändert sowohl im Jahr 2013 als auch im Jahr 2018 im Lärmaktionsplan enthalten und sollen auch weiterhin eingefordert werden:

Maßnahmen der Lärmaktionsplanung 2013/2018

Die letzte Lärmaktionsplanung für Wülfrath wurde 2013 mit entsprechender Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange durchgeführt und es wurden am 17. Dezember 2013 und erneut am 10. Juli 2018 folgende Maßnahmen durch den Rat der Stadt Wülfrath beschlossen, um die Lärmbelastung der Bevölkerung zu senken:

  • Die Straßenbaulastträger der betroffenen Hauptverkehrsstraßen, der Kreis Mettmann und Straßen NRW sind aufgefordert bei jeder Erneuerung von Straßenoberflächen lärmarme Asphalte einzusetzen. Damit könnte bei Beibehaltung der innerörtlichen Geschwindigkeit von 50 km/h die Zahl der belasteten Einwohner ganztags von 381 auf 138 und nachts von 477 auf 196 gesenkt werden.

Bis zum Einsatz lärmarmer Asphalte sollten als Zwischenlösung folgende Maßnahmen ergriffen werden: 

  • Im Abschnitt der K34 vor dem Kindergarten an der Flandersbacher Str. wurde die Straßenverkehrsbehörde zur Anordnung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h auf ganzer Länge aufgefordert. Die Straßenverkehrsbehörde ist dazu aufzufordern.
  • Die Wirkung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 km/h beidseits der Meiersberger Straße wurde überprüft und hätte eine erhebliche Pegelabnahme um 2,1 db(A) zur Folge gehabt. Der Stadtrat hat beschlossen den Straßenbaulastträger zur Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit aufzufordern.

Darüber hinaus sollen folgende Maßnahmen zur Lärmreduzierung für die Zukunft ergriffen werden: 

  • Die Umleitungsempfehlung über die Straße „Zur Fliethe“ wird im Rahmen des künftigen Verkehrsentwicklungsplans geprüft.
  • Die Errichtung eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Mettmanner St. / Meiersberger Str. wird weiter verfolgt.

Bürgerbeteiligung

Die Bürger konnten sich vom 1. April bis zum 13. Mai 2018 erneut an der Lärmaktionsplanung für Wülfrath beteiligen und Vorschläge, Anregungen und Kritik zum Umgebungslärm oder zum Lärmaktionsplan äußern.

Die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung wurden den Ratsgremien vorgelegt und nach einer Abwägung wurden die bereits im Jahr 2013 erhobenen Forderungen gegenüber den Straßenbaulastträgern Straßen NRW und Kreis Mettmann auch im Jahr 2018 erneut bekräftigt.

Die Ergebnisse sollen 2018 über das Land NRW an die Europäische Kommission gemeldet werden.

Zuständigkeiten

Die Kommunen sind für die Lärmaktionsplanung zuständig. Ihr zuständiger Sachbearbeiter ist Andreas Bornenann a.bornemann@stadt.wuelferath.de oder telefonisch 02058 / 18 236.

Für die Lärmaktionsplanung bei Schienenwegen ist das Eisenbahnbundesamt zuständig. Das Verfahren für Schienenlärm ist weiter unten auf dieser Webseite beschrieben.

Schienenlärm

Wülfrath wird im Osten vom Schienenweg der S-Bahn 9 zwischen Essen und Wuppertal geschnitten. Anlieger können hier von Lärm betroffen sein.

Im Jahr 2015 waren die Wülfrather Einwohnerinnen und Einwohner aufgerufen, sich an der ersten Phase der „Lärmaktionsplanung Schiene“ zu beteiligen. Es gab insgesamt nur zwei Beteiligungen, was auf die geringe Betroffenheit des Wülfrather Stadtgebiets zurückgeführt wird. Die Betroffenheit des Wülfrather Stadtgebietes ist vergleichsweise niedrig. In der relevanten Belastungsklasse über 65 dB gibt es keine betroffenen Einwohner. Dies ist auch der Grund für die niedrigen Lärmkennziffern von LDEN = 183 und LNight = 168 

Die Einwohner konnten sich vom 24. Januar bis zum 7. März 2018 nochmals beteiligen und ihre Anregungen in der zweiten Phase der „Lärmaktionsplanung Schiene“ einbringen.

Das Eisenbahn-Bundesamt hat das Ergebnis auf der Informations- und Beteiligungsplattform www.laermaktionsplanung-schiene.de abrufbar gemacht.

Der daraus hervorgegangene Lärmaktionsplan Teil A+B ist seit dem 18. Juli 2018 veröffentlicht.

Hintergründe und Inhalt der Öffentlichkeitsbeteiligung:

Unter Beteiligung der Öffentlichkeit erstellt das Eisenbahn-Bundesamt alle fünf Jahre einen Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes. Ziel der Lärmaktionsplanung ist die Regelung von Lärmproblemen und Lärmauswirkungen. Eine Haupteisenbahnstrecke ist ein Schienenweg mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 30.000 Zügen pro Jahr. Die gesetzlichen Regelungen finden sich in § 47 lit. a-f Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG).

Weitere Informationen und Fragen:

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter folgender Adresse:

www.laermaktionsplanung-schiene.de weitere Fragen können Sie an das Eisenbahn-Bundesamt unter lap@eba.bund.de oder postalisch an oben genannte Adresse richten.

Ansprechpartner

Andreas Bornemann
Stadtplanungsamt - Umwelt
Am Rathaus 1
42489 Wülfrath
Telefon: 02058 18-236
Telefax: 02058 181-236
a.bornemann@stadt.wuelfrath.de