Die Wülfrather Kalksteinbrüche heute

Die stillgelegten Wülfrather Steinbrüche lassen sich z. T. auf Rad- und Wanderwegen erkunden. Sie bieten eine faszinierende Kulisse mit alten Industrieanlagen, blauen Wasserflächen und schroffen Felskanten, die sich die Natur zurückerobert - Naturparadiese aus Menschenhand. Rad- und Wanderfreunde können sich auf die große Kalktour begeben, die ca. 32 km lang ist und die Steinbrüche Prangenhaus, Rohdenhaus, das Sedimentationsbecken Eigner Bach, den Steinbruch Schlupkothen und den Bochumer Bruch mit dem Zeittunnel verbindet. Dieser Weg lässt sich auch auf 4 kleineren Kalktouren von 2 bis 9 km Länge erwandern. Die dazugehörige Wander- und Freizeitkarte "Wülfrath erleben" finden Sie für 9,80 im Museumsshop des Zeittunnels. In Kooperation mit der Rheinkalk GmbH kann der Zeittunnel zweimal in der Saison eine Werksführung im Steinbruch Rohdenhaus, dem größten aktiven Steinbruch mit seinen modernen Abbauanlagen, den Schwerlastkraftwagen und Radladern anbieten. Da die Plätze begrenzt sind und eine möglichst große Chancengleichheit gewährt werden soll, beginnt die Reservierung der Plätze vier Wochen vor der Veranstaltung. Die Termine finden Sie in unserem Veranstaltungskalender. Bochumer Bruch und Naturerlebnis Steinbruch Schlupkothen Der Zeittunnel Wülfrath im Bochumer Bruch und der Steinbruch Schlupkothen bildeten gemeinsam das Projekt der Euroga 2002plus. Der Bochumer Bruch ist nur von den zwei Plattformen des Zeittunnels aus zu besichtigen, in den nächsten Jahren soll ein Naturlehrpfad an der südlichen Seite den Besuchern noch weitere Einblicke in den alten Steinbruch bieten.Bergerfahrene Kletterer können allerdings jetzt schon den Steinbruch nutzen. Er wird seit 2004 von der Arbeitsgruppe Bochumer Bruch des Landesverbands NRW des Deutschen Alpenvereins e. V. als Klettergebiet benutzt - unter strengen Auflagen des Umwelt- und Naturschutzes. Die Zahl der Kletterer ist begrenzt und erfolgt nur nach vorheriger Anmeldung im Internet. In den Sommermonaten muss zusätzlich ein Ticket erworben werden, das am Zeittunnel erhältlich ist (www.bochumer-bruch.de).Die schroffen Felswände bieten aber auch Fledermäusen im Sommer Unterschlupf und der Zeittunnel selbst ist ein potentielles Winterquartier für sie. Daher ist der Zeittunnel auch in den Wintermonaten geschlossen. 3D-Vorträge mit anschließenden Exkursionen, Fledermauskastenbauseminare, Bat-Nights und Fledermausgeburtstage mit unserem Experten Rolf Niggemeyer bietet der Zeitunnel an. Auch der Uhu hat die alten Steinbrüche zu seinem Revier erkoren. Seit mehreren Jahren brütet regelmäßig ein Paar im Bochumer Bruch. Auch Uhu-Vorträge mit Exkursionen mit Detlef Regulski, der die Uhu-Population in den Wülfrather und Wuppertaler Steinbrüchen beobachtet, finden Sie in unserem Veranstaltungskalender wie auch botanische Wanderungen um den Steinbruch Schlupkothen im Frühjahr. Der an den Bochumer Bruch angrenzende Steinbruch Schlupkothen lässt sich auf einem Rundweg von 45-60 Minuten besichtigen. Mit seinen türkisfarbenen Wasserflächen und den hochaufragenden, bewachsenen Felswänden bietet er Lebensraum für gefährdete Tierarten und eine imposante Kulisse. Der Mensch ist in diesem 31 Hektar großen Gelände nur ein Gast. Auf ca. 31 ha Gesamtfläche wurden seit 1898 rund 45 Millionen Tonnen Kalkstein abgebaut. Nach der Stilllegung des Kalksteinbruches vor 50 Jahren begann die Natur sich das brach gefallene Gelände wieder zurück zu erobern. Der ehemalige Steinbruch ist heute mit Wasser gefüllt und mit Pflanzen bewachsen. Er steht seit 1984 unter Naturschutz, deshalb dürfen auch die Hänge und der Grund des Steinbruchs nicht betreten werden. Auf dem Wanderweg erläutert ein naturkundlicher und industriegeschichtlicher Lehrpfad die Geschichte des Steinbruchs und seiner verborgenen Naturschätze. Die Reste der alten Industrieanlagen, z. B. die Rampe des Schrägaufzugs oder die Brückenverstrebungen der Kettenbahn sind im Wasser zu sehen, ebenso wie die Reste der Bäume, die sich auf der Sohle des Bruches angesiedelt hatten.

Der naturnahe Wald - und Fahrweg ist  für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehhilfen und Kinderwagen bedingt geeignet - von Hammerstein bis zur Aussichtskanzel.

Um den Weg zu erreichen, überquert man am Kreisverkehr Hammerstein die Wilhelmstr. und geht auf dem Bürgersteig 200 m in Richtung Innenstadt bis zum Einstieg auf den Panoramaradweg niederbergbahn, der auch als Fußweg zu begehen ist. Dort  biegt man rechts ab und geht unter der Brücke durch bis zum nächsten Auslass, geht auf dem Bürgersteig links und gleich wieder links an dem Haus vorbei über die nächste Brücke. Danach biegt man rechts ab auf die Fahrstraße, die zur Aussichtskanzel führt.

Um den ganzen Rundweg zu begehen, sind an der Spitzkehre einige Stufen zu überwinden. Der Weg ist im weiteren Verlauf unbefestigt.

 
Historische Aufnahme des Bochumer Bruchs
Historische Aufnahme des Bochumer Bruchs
Blick in den Steinbruch Schlupkothen
Blick in den Steinbruch Schlupkothen
Alter Sockel des Schrägaufzugs im Grundwasser
Alter Sockel des Schrägaufzugs im Grundwasser
Blick in den Bochumer Bruch
Blick in den Bochumer Bruch
Steinbruch Rohdenhaus
Steinbruch Rohdenhaus